HOMEPAGE



Berlin

KEINE PERSPEKTIVE FÜR DIE ZUKUNFT VON SASHA WALTZ IN BERLIN

Saha Waltz sucht neuen Standort für eine solide und langfristig tragfähige Situation für ihre Arbeit



Die Senatskanzlei Berlin hat Sasha Waltz in aller Deutlichkeit signalisiert, dass der Kultursenator keine konkrete Perspektive zur Lösung der lange bekannten und von der Verwaltung anerkannten Probleme der Compagnie anbieten kann.


  • Sasha Waltz Foto © André Rival

Die Senatskanzlei Berlin hat Sasha Waltz in einem Gespräch mit Staatssekretär André Schmitz am Montag, 4.2.2013 in aller Deutlichkeit signalisiert, dass der Kultursenator keine konkrete und dauerhafte Perspektive zur Lösung der lange bekannten und von der Verwaltung anerkannten strukturellen Probleme der Compagnie anbieten kann.

Das Gespräch bildete den Abschluss eines Dialoges mit der Kulturverwaltung, der über die letzten zwei Jahre geführt wurde.

Die Tanzcompagnie Sasha Waltz & Guests ist 20 Jahre nach ihrer Gründung an einer untragbaren Belastungsgrenze angelangt. Die Hälfte des Etats von jährlich ca. vier Millionen Euro muss unter großem finanziellem Risiko und ohne festen Spielort selbst erwirtschaftet werden.

Daher haben wir uns in einem ersten Schritt dazu entschlossen, unsere laufenden Aktivitäten in Berlin den finanziellen Bedingungen anzupassen, ohne sie weiterhin über Koproduktionen und Gastspiele außerhalb Berlins zu finanzieren.

Darüber hinaus hat Sasha Waltz Kontakt mit nationalen und internationalen Partnern aufgenommen, um einen neuen Standort für eine solide und langfristig tragfähige Situation für ihre Arbeit zu finden.

Wir verstehen den zeitgenössischen Tanz als zukunftsweisende, entwicklungsfähige Kunstform, deren Impulse in das Ballett, das Musiktheater, das Schauspiel und die Bildende Kunst hineinreichen. Die finanzielle Situation und die Gesamtstruktur, in der sich der Tanz in Berlin bewegt, reflektiert seit langem nicht mehr dessen Bedeutung und Innovationspotenzial. Das Jahr des 100. Jubiläums von „Le Sacre du Printemps“, der den Aufbruch in die Moderne sowohl in der Musik als auch im Tanz markiert, wäre der richtige Moment, die Neuausrichtung des Balletts zu beginnen.

»Ich glaube, dass das Ballett neben der Klassik auch der Repertoirepflege der klassischen Moderne und des zeitgenössischen Tanzes bedarf, denn diese Werke gehen sonst dem kulturellen Gedächtnis verloren. Die Pflege des klassischen Erbes macht erst im Kontext von Moderne und Gegenwart Sinn.«
Sasha Waltz

Die 20-jährige Geschichte von Sasha Waltz & Guests ist zutiefst mit Berlin verknüpft – von der Gründung der Sophiensaele über ein neues Modell der Gleichberechtigung zwischen Tanz und Schauspiel an der Schaubühne am Lehniner Platz von 1999 - 2004, bis hin zu den raumgreifenden Produktionen im Jüdischen Museum und dem Neuen Museum Berlin oder den Choreographischen Opern u.a. an der Berliner Staatsoper.

»Berlin ist seit 1992 mein künstlerischer Mittelpunkt und hat mich immer inspiriert. Ich liebe das Berliner Publikum für seine Offenheit, Neugier und Treue. Aber die Diskrepanz zwischen meinen Visionen, den Möglichkeiten und dem Kampf um die Existenzsicherung der Compagnie drängt mich nach 20 Jahren zu dem Entschluss einer vollkommenen Neuorientierung.«

Veröffentlicht am 05.02.2013, von Pressetext in Homepage, News 2012/2013

Dieser Artikel wurde 3251 mal angesehen.



Kommentare zu "Keine Perspektive für die Zukunft von Sasha W ..."



Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung



 

AKTUELLE KRITIKEN


DIE WELT ZU GAST IN MÜNCHEN

Eine wunderbare Gala der Munich International Ballet School
Veröffentlicht am 27.04.2017, von Karl-Peter Fürst


ZU EHREN EINER TANZLEGENDE

Gala zum hundertsten Geburtstag von Yvette Chauviré im Palais Garnier
Veröffentlicht am 24.04.2017, von Julia Bührle


EINE ALTE GESCHICHTE

„Werther oder ich werde geliebt, also bin ich“ von Ralf Rossa in Halle
Veröffentlicht am 24.04.2017, von Herbert Henning



AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



TANZ- UND PERFORMANCE-PROGRAMM IM RAHMEN DES BEETHOVENFESTS

Vom 8. September bis 1. Oktober in Bonn

In den letzten zwei Jahren öffnete sich das Beethovenfest zeitgenössischen »jungen« Kunst-Sparten. Auch das diesjährige Festival widmet sich den tänzerischen und performativen Formen der Gegenwart.

Veröffentlicht am 01.04.2017, von Anzeige

LETZTE KOMMENTARE


ATEMBERAUBEND GRENZÜBERSCHREITEND: HOMÖOPATHIE UND TANZ

„Sepia tanzt alleine“ von Andrea Simon, Andreas Etter, Ulrich Koch und Gesina Habermann verbindet Tanz und Medizin in beeindruckend schönen Bildern
Veröffentlicht am 10.02.2017, von Sabine Kippenberg


WIE TANZT MAN REFORMATION?

Das Bundesjugendballett wagt mit "Gipfeltreffen - Reformation" einen Versuch
Veröffentlicht am 15.01.2017, von Andreas Berger


STANDING OVATIONS

Pick bloggt über die Gastspielreise des Bundesjugendballetts und -orchesters
Veröffentlicht am 16.01.2017, von Günter Pick

MEISTGELESEN (7 TAGE)


GROßARTIGES BALLETTEPOS

Nacho Duatos „Erde“ und Hofesh Shechters „The Art of Not Looking Back“ in einem Doppelabend am Staatsballett Berlin

Veröffentlicht am 23.04.2017, von Gastautor


EINE ALTE GESCHICHTE

„Werther oder ich werde geliebt, also bin ich“ von Ralf Rossa in Halle

Veröffentlicht am 24.04.2017, von Herbert Henning


TRÄUME AUS EINER FREMDEN WELT

Das Tokyo Ballet gastiert in Stuttgart mit Natalia Makarovas berühmter „La Bayadère"

Veröffentlicht am 20.04.2017, von Vesna Mlakar


HELLMUTH MATIASEK FEIERT HEUTE SEINEN 85.GEBURTSTAG

Pick bloggt über seinen langjährigen Intendanten Hellmuth Matiasek und reist in Gedanken von Rosenheim bis nach Japan

Veröffentlicht am 15.05.2016, von Günter Pick


BOTSCHAFTER DES TANZTHEATERS

Der Schweizer Choreograf Gregor Zöllig spricht mit Kirsten Pötzke über seine Wurzeln, die Begeisterung für den Tanz und die Arbeit mit Profis und Laien

Veröffentlicht am 20.04.2017, von Kirsten Poetzke



BEI UNS IM SHOP