HOMEPAGE



München

DIE ATEMBERAUBENDE ENERGIE UND SCHÖNHEIT DES BEWUSSTEN TÄNZERS

Wiederaufnahme von „Zugvögel“ von Jiri Kylián beim Staatsballett



Alles kann Tanz sein: der elegante Flug der Vögel, ein am Strand laufendes Kind, spielerisch flatternde Hände.


  • Ensemble Foto © Charles Tandy
  • Caroline Geiger und Peter Jolesch Foto © Wilfried Hösl
  • Ensemble Foto © Wilfried Hösl
  • Gözde Özgür, Alba Sempere Foto © Wilfried Hösl

Alles kann Tanz sein: der elegante Flug der Vögel, ein am Strand laufendes Kind, spielerisch flatternde Hände. Davon erzählt uns der Modern-Dance-Poet Jiri Kylián in seinem Ballett „Zugvögel“, aber auch von der atemberaubenden Energie und Schönheit des bewussten Tänzers – und dessen Liebe zum Tanz bis ins Alter hinein. Bei der Uraufführung 2009, zum 20. Jubiläum des Bayerischen Staatsballetts, war man sich sicher: es würde ein Eckpfeiler im modernen Teil des Repertoires. Großer Jubel denn auch jetzt bei der Wiederaufnahme im Münchner Nationaltheater.

Durch den verwinkelten Bauch des Theaters, bevölkert schon von allerlei bizarren Flügelwesen, über die Bühne ins Parkett – das Publikum liebt diesen „Hinter-die-Kulissen-Parcours“. Und tut sich auch nicht mehr so schwer mit den vier zwischen den Tanz geschobenen Filmsequenzen. Kyliáns Film-Erstling ist ja auch wirklich eine wunderschön poetische "Ingmar-Bergman-Geschichte" über eine alternde Tänzerin – dargestellt von Kyliáns ausdrucksstarker Frau Sabine Kupferberg – mit wehmütigem Blick zurück in ihre Kindheit. Und zugleich eine Hommage an das Nationaltheater: Wenn die Kamera Kupferberg und ihrem kindlichen Alter Ego, der kleinen berührend natürlichen Richelle Plantinga, durch Foyers, Logen und Kostümfundus des Theaters folgt, auch ein Modellbau des Hauses szenisch bespielt wird, darf beim Zuschauer schon ein bisschen Heimspiel-Gefühl aufkommen. Und schließlich: Tanz gibt es ja noch satt: Das rasende Hervorpreschen durch Michael Simons hohen Bänder-Vorhang für dann hingeflirrte Pas de deux und trois in Kyliáns tierhaft geschmeidigem Stil. Schreiten und flaches Laufen mit geblähten Fallschirm-Mänteln. Pirouetten mit hohem Heliumkissen-Kopfputz à la Oskar Schlemmer. Und selbst das „ältere Paar“ (
und Peter Jolesch), das vom Tanz, von der Bühne nicht lassen kann, wiegt noch Arme und Hände in der Musik.

Auch da Vielfalt und Stil: Komponist Dirk Haubrich hat den Abend eingehüllt in schamanische Klänge und Geräusche, in wispernde Stimmen und pulsiernde Rhythmen. Auf den vogelgrau kostümierten Ravel-Walzer gegen Ende könnte man vielleicht verzichten. Aber gut, da kriegt auch das Ensemble noch eine Tanz-Chance. – Jedenfalls wird man diesen Kylián wieder anschauen, diese exzellenten Tänzer – „Zugvögel“, die für ein paar Spielzeiten hier tanzen und dann zum nächsten Theater weiterziehen.

nochmals am 22. und 28. 2., wegen Führung ab 19 Uhr 30.

Karten 089/2185 1920

Veröffentlicht am 18.02.2013, von Malve Gradinger in Homepage, Kritiken 2012/2013

Dieser Artikel wurde 2886 mal angesehen.



Kommentare zu "Die atemberaubende Energie und Schönheit des ..."



Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung



 

AKTUELLE NEWS


CHOREOGRAPHY31

Die PreisträgerInnen des 31. Internationalen Wettbewerbs für Choreographie Hannover 2017 stehen fest
Veröffentlicht am 26.06.2017, von Pressetext


TANZLAND

Eine Million Euro für Gastspielkooperationen
Veröffentlicht am 22.06.2017, von Pressetext


TRAUER UM ROSALIE

Am 12.06.2017 starb die Bühnen- und Kostümbildnerin rosalie in Stuttgart
Veröffentlicht am 14.06.2017, von tanznetz.de Redaktion



AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



ROH LIVE KINOSAISON 2016/17

ROH Live Kino bringt Weltklasse-Opern und -Ballette in die Kinos, live und in High-Definition direkt von der Bühne des Royal Opera Houses in Covent Garden in London.

Sie werden in mehr als 1.500 Kinos rund um die Welt, einschließlich den USA, Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland, Österreich, Japan und Australien gezeigt.

Veröffentlicht am 31.08.2016, von Anzeige

LETZTE KOMMENTARE


ATEMBERAUBEND GRENZÜBERSCHREITEND: HOMÖOPATHIE UND TANZ

„Sepia tanzt alleine“ von Andrea Simon, Andreas Etter, Ulrich Koch und Gesina Habermann verbindet Tanz und Medizin in beeindruckend schönen Bildern
Veröffentlicht am 10.02.2017, von Sabine Kippenberg


DIONYSOS UND APOLLON IM STREIT

Demis Volpis „Tod in Venedig“ als Koproduktion von Ballett und Oper in Stuttgart
Veröffentlicht am 09.05.2017, von Isabelle von Neumann-Cosel


WIE TANZT MAN REFORMATION?

Das Bundesjugendballett wagt mit "Gipfeltreffen - Reformation" einen Versuch
Veröffentlicht am 15.01.2017, von Andreas Berger

MEISTGELESEN (7 TAGE)


WENN SIE MAL SCHAUEN MÖCHTEN …

Die Palucca Hochschule für Tanz Dresden mit ihrer alljährlichen Leistungsschau im Festspielhaus Hellerau

Veröffentlicht am 20.06.2017, von Rico Stehfest


WENN DER TANZ DEN TOD BESIEGT

David Dawsons „Giselle“ mit dem Semperoper Ballett in Dresden

Veröffentlicht am 20.06.2017, von Boris Michael Gruhl


ZUM TOD VON DIETER GACKSTETTER

Pick bloggt über den Tänzer, der zum Ballettdirektoren und zum Intendanten wurde

Veröffentlicht am 18.06.2017, von Günter Pick


TRAUER UM ROSALIE

Am 12.06.2017 starb die Bühnen- und Kostümbildnerin rosalie in Stuttgart

Veröffentlicht am 14.06.2017, von tanznetz.de Redaktion


DANCING ON AIR

“FIELD” by SKILLS (Camilla M. Fehér and Sylvi Kretzschmar) at Kampnagel

Veröffentlicht am 17.06.2017, von Gastautor



BEI UNS IM SHOP