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München

ETWAS GLAMOUR AM STAATSBALLETT

Der neue Direktor des Bayerischen Staatsballetts ab der Saison 2016/17 wird Igor Zelensky



Der international gefragte Balletttänzer Igor Zelensky entstammt der klassischen russischen Schule. Er absolvierte seine Ausbildung an der Waganowa-Akademie in St. Petersburg und war seit 1991 Solist beim Marinsky Ballet.


  • Polina Semionova und Igor Zelensky in "La Bayadère" Foto © Natasha Razina

Toni Schmidt aus dem Kulturministerium hat es noch nicht offiziell bestätigt, aber es scheint nur noch eine Formalie zu sein: Am Bayerischen Staatsballett folgt ab der Saison 2016/2017 auf Ivan Liška, der das Ensemble seit 1998 leitet, der russische Star-Ballerino Igor Zelensky als neuer Ballettdirektor. Seit Monaten wurden schon darüber spekuliert. Immer wieder fiel neben Zelensky auch der Name des amerikanischen Choreografen Richard Siegal, der jüngst mit seinem Stück "Unitxt" am Staatsballett München für große Begeisterung sorgte.

Unterschiedlicher hätten die beiden Kandidaten nicht sein können. Richard Siegal, ehemaliger Forsythe-Tänzer und mehrjähriger artist in residence der Münchner Muffathalle, ist bekannt für seine Genre- und Disziplinen übergreifenden Arbeiten. Der international gefragte Balletttänzer Igor Zelensky hingegen entstammt der klassischen russischen Schule. Er absolvierte seine Ausbildung an der Waganowa-Akademie in St. Petersburg und war seit 1991 Solist beim Marinsky Ballet. Darauf folgten fünf Jahre als Erster Solist am New York City Ballet sowie weltweite Gastauftritte.

Dem ohnehin breiten Repertoire des Bayerischen Staatsballetts hätte Richard Siegal eine neue Note geben können. Mit dem Tänzer und Choreografen Zelensky, der zuletzt das Ballett an der Athener Oper leitete, knüpft man nun an internationale Star-Ensembles wie das Moskauer Bolschoi oder das Ballett der Pariser Oper an und versucht einer der größten Ballettbühnen Europas etwas mehr Glamour einzuhauchen. Gefahr: Tradition statt der gerade am Staatsballett fortschreitenen Innovation.

Igor Zelensky
Studierte am Ballettinstitut in Tiflis und am Waganowa-Institut. Im Jahr 1988 debütierte er am Marinsky-Theater und tanzte die Hauptrollen des klassischen Repertoires wie Solor in La Bayadère, Siegfried in Schwanensee, Prinz Désiré in Dornröschen oder Albrecht in Giselle. Im Jahr 1990 erhielt er die Goldmedaille sowie den Grand Prix des 4. Internationalen Ballettwettbewerbs in Paris. Neben seiner Arbeit mit dem Kirov-Ballett ist Zelensky gefragter Gastsolist bei internationalen Compagnien wie dem New York City Ballet oder dem Royal Ballet in London. Bei diesen Gastauftritten tanzt er unter anderem Balanchines Tschaikovsky Piano Concerto No. 2, Ein Sommernachtstraum, Der Nußknacker, Stars and Stripes sowie Peter Martins Dornröschen oder The Four Seasons von Jerome Robbins. Zelensky kreierte unter anderem Rollen in Peter Martins’ Zenobia und in Damian Woetzels 1994 uraufgeführten Stück Glazounov Pas de Deux. Er gab sein München Début im Rahmen der Terpsichore-Gala I am im Oktober 1999 und tanzte im Frühjahr 2000 sowohl mit Elena Pankova als auch mit Uljana Lopatkina in München den Solor in La Bayadère. In der Spielzeit 2000/2001 kehrte er als Des Grieux in Kenneth MacMillans Manon nach München zurück, im März 2001 zweimal als Partner von Lisa-Maree Cullum, während der Ballettwoche im April mit der Kirov-Ballerina Swetlana Sacharowa. Der Des Grieux ist eine von Zelenskys Glanzrollen, die er sowohl beim Royal Ballet in London oft verkörpert als auch in St. Petersburg, wo er die russische Premiere des Werkes getanzt hat.

Malve Gradinger mit einem ausführlchen Bericht im Vorfeld der Entscheidung und ihrer aktuellen News.

Veröffentlicht am 17.02.2014, von Miriam Althammer in Homepage, News 2013/2014

Dieser Artikel wurde 3806 mal angesehen.



Kommentare zu "Etwas Glamour am Staatsballett"



    • Kommentar am 19.02.2014 09:54 von tanznetz.de redaktion 2
      Hier der offizielle Pressetext des Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst:



      Igor Zelensky wird neuer Ballettchef des Bayerischen Staatsballetts



      Igor Zelensky wird Nachfolger von Ballettdirektor Ivan Liška am Bayerischen Staatsballett. Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle informierte heute das Kabinett über die Entscheidung. „Ich freue mich, dass wir mit Igor Zelensky einen Nachfolger für Ivan Liška gefunden haben, der den Spagat zwischen Tradition und Avantgarde beherrscht wie kaum ein anderer“, so Kunstminister Spaenle. Der Vertrag von Igor Zelensky beginnt am 01.09.2016 und läuft zunächst für fünf Jahre.



      Zelensky studierte am Ballettinstitut in Tiflis und am renommierten Waganowa-Institut in Sankt Petersburg. 1988 debütierte er am Petersburger Mariinski-Theater und tanzte dort ab 1991 als Solist und später als Erster Solist. Als Gastsolist ist er bei den renommiertesten Compagnien weltweit aufgetreten. Auch am Münchner Nationaltheater wurde er zwischen 1999 und 2004 mehrfach bei Gastauftritten gefeiert. Zelensky verfügt zudem über mehrjährige Leitungserfahrung. Seit 2006 ist er der künstlerische Leiter des Balletts am Staatstheater Novosibirsk. Zusätzlich ist er seit 2011 als künstlerischer Ballettdirektor am Moskauer Stanislavsky Nemirovich-Danchenko Musiktheater tätig.



      Mit Ablauf der Spielzeit 2015/2016 endet die achtzehnjährige Amtszeit von Ivan Liška, dem Direktor des Bayerischen Staatsballetts. Das Bayerische Staatsballett konnte unter der Leitung von Ivan Liška seine Stellung als eine der besten Compagnien Deutschlands behaupten und ausbauen. Markenzeichen des Bayerischen Staatsballetts ist die Pflege des traditionellen Repertoires bei gleichzeitiger Aufgeschlossenheit für den zeitgenössischen Tanz – beides auf höchstem internationalem Niveau.



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