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Ludwigshafen

PARTY FÜR DIE „SEX MACHINE“

Die Philadelphia Dance Company mit einer Hommage an James Brown



Musik und Tanz waren die ersten kulturellen Bereiche, in denen Künstler mit afroamerikanischen Wurzeln eine eigene Identität entwickeln konnten. So nahmen die Truppen von Alvin Ailey anfangs nur Mitglieder mit dunkler Hautfarbe auf.


  • "James Brown - Get on the Good Foot" im Pfalzbau Ludwigshafen Foto © Lois Greenfield
  • "James Brown - Get on the Good Foot" im Pfalzbau Ludwigshafen Foto © Lois Greenfield

„I`m Black and I`m Proud” hat Rhythm & Blues-Legende James Brown in den 60er Jahren selbstbewusst gesungen. Musik und Tanz waren die ersten kulturellen Bereiche, in denen Künstler mit afroamerikanischen Wurzeln eine eigene Identität entwickeln konnten. So nahmen die Truppen von Alvin Ailey oder die 1970 gegründete Philadelphia Dance Company anfangs nur Mitglieder mit dunkler Hautfarbe auf. Eine Hommage an den 2006 verstorbenen James Brown ist daher so etwas wie ein Heimspiel für „Philadanco“, zumal das berühmte New Yorker „Apollo“ als Produzent fungiert. Im „Apollo“-Theater mitten in Harlem hat James Brown legendäre Konzerte gegeben, und mit entsprechendem Stolz wird historischer O-Ton präsentiert.

Eigentlich sollte nichts schiefgehen bei dieser Bühnenshow: Man nehme die muntere, authentische „Philadenco“-Truppe, ergänze sie durch ein paar Gäste mit speziellen Fertigkeiten (etwa Steptänzer Corey H. Hutchins), studiere die Tanzeinlagen der historischen Bühnenshows und kombiniere sie mit aktuellem Urban-Dance-Bewegungsvokabular. Dann braucht es nur noch eine dramaturgisch geschickte Musikauswahl und einen Choreografen (Otis Sallid), der das alles zusammenmixt. Aber ausgerechnet auf der Musik-Seite hatte dieser Abend unter dem Motto „Get on the Good Foot“, der als Gastspiel im Pfalzbau zu sehen war, die größten Schwachstellen.

James Brown kommt aus der Gospel- und Spiritual-Tradition und der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, aber er schaffte problemlos den Spagat zwischen fetzigem Entertainer (in der Rolle der selbst ernannten „Sex Machine“) und gefühlvollem Soul-Sänger. Von der großen stilistischen Bandbreite dieses Musikers war im Pfalzbau wenig zu hören, denn die Musik war vor allen eines: laut und schlecht abgemischt, kratzig mit wenig verständlichen Texten und einem deutlichen Schwerpunkt auf endloser Partystimmung. Da, wo einmal gegen den Strich choreografiert wurde – zum Beispiel im HipHop-Solo „It’s a man’s world“ für Tänzerin Ephrat Asherie, entwickelte der Abend seine stärksten Momente. Ansonsten war es nicht mehr als eine flott getanzte Nummernrevue, vom Publikum mit freundlichem Beifall quittiert.

Veröffentlicht am 13.03.2015, von Isabelle von Neumann-Cosel in Homepage, Kritiken 2014/2015, Tanz im Text

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Kommentare zu "Party für die „Sex Machine“"



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