Erfolg für CocoonDance Company

Doppelpassförderung der Kulturstiftung des Bundes

Die CocoonDance Company Bonn erhält zusammen mit dem Staatstheater Osnabrück die Doppelpassförderung des Bundes

Bonn, 17/06/2015
Im Rahmen der Doppelpassförderung der Kulturstiftung des Bundes wird die Company über zwei Jahre mit dem Staatstheater Osnabrück kooperieren. Die Dance Company Theater Osnabrück unter der Leitung von Mauro de Candia und CocoonDance Bonn begeben sich, gemeinsam mit den Tänzern der beiden Ensembles, und mit in Osnabrück lebenden Flüchtlingen, auf die Suche nach der Geschichte ihres Körpers.

Die Kulturstiftung des Bundes hat die Förderung des Tanzprojekts „Biografie des Körpers“ im Fonds „Doppelpass“ in Höhe von 150.000 Euro zugesagt. Bei dem Projekt werden sich die Dance Company Theater Osnabrück (künstlerische Leitung: Mauro de Candia) und die frei arbeitende Company CocoonDance Bonn (künstlerische Leitung: Rafaёle Giovanola) gemeinsam mit in Osnabrück lebenden Flüchtlingen auf Spurensuche begeben: Auf verschiedenen Ebenen der Auseinandersetzung, Recherche und tänzerisch-choreografischen Umsetzung werden sie sich mit der Biographie ihres eigenen Körpers auseinandersetzen.

In dem Projekt machen sich Mauro de Candia und Rafaёle Giovanola auf eine Recherchereise zurück zu ihren Wurzeln: zurück zu ihrer Ausbildung bei der großen russischen Ballettpädagogin Marika Besobrasowa. Zusammen mit den Tänzerinnen und Tänzern werden sie herausarbeiten, was sie durch ihr Studium an Körper- und Bewegungswissen aufgebaut haben. Die Frage, die sich die Tänzer-Choreografen nach ihren eigenen Wurzeln stellen, stellt sich für die Flüchtlinge auf eine andere, existenzielle Weise: Sie mussten ihre Heimat verlassen, haben auf der Flucht zum Teil Furchtbares erlebt und finden sich wieder in einem fremden Land. Der Wunsch nach Kommunikation und Anbindung an das Leben in Deutschland ist ihnen ein großes Bedürfnis. Hier möchte das Projekt anknüpfen: Die Flüchtlinge werden eingeladen, über ihre „Biografie des Körpers“ zu erzählen.

Im Fonds „Doppelpass“ werden gezielt Kooperationen von freien Gruppen und festen Tanz- und Theaterhäusern unterstützt. Mit diesem Programm möchte die Kulturstiftung des Bundes die freien Szenen und Theaterinstitutionen in Deutschland zum Erproben neuer Formen der Zusammenarbeit und künstlerischer Produktion anregen. Mauro de Candia betont, dass sich die Doppeldeutigkeit des Begriffs „Doppelpass“ beim Projekt „Biografie des Körpers“ in besonderer Weise widerspiegelt: „Doppelpass bezieht sich bei unserem Projekt nicht nur auf die Kooperation von freier Gruppe und festem Tanzensemble – der Begriff spiegelt sich auch im Thema der doppelten Staatsangehörigkeit mit doppeltem Pass. Das bezieht sich auf unsere Tänzerinnen und Tänzer, die aus vielen Nationen stammen, und auch auf die staatenlosen Geflüchteten, die nach ihrer Flucht um eine neue Staatsangehörigkeit kämpfen. Das Projekt „Biografie des Körpers“ kann dazu beitragen, ihnen eine Stimme zu geben, sie mit ihrer Körpergeschichte aus der Anonymität zu holen und darüber hinaus Menschen in Osnabrück durch ihren Beitrag an dem Projekt zu bereichern.“

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