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Halle

PULSSCHLAG DES LEBENS

Das Ballett Rossa begeistert mit "Groovin' Bodies" in Halle



Schnell, laut und aggressiv – das ist die Musik des Abends, ausschließlich mit Drums und Percussion live gespielt. Platziert sind Bewegung und Schlagwerk in einer Raumbühnenlandschaft, die die Grenzen zwischen Zuschauer und Tänzern aufhebt.


  • Das Ballett Rossa begeistert mit "Groovin' Bodies" in Halle Foto © Falk Wenzel
  • Das Ballett Rossa begeistert mit "Groovin' Bodies" in Halle Foto © Falk Wenzel
  • Das Ballett Rossa begeistert mit "Groovin' Bodies" in Halle Foto © Falk Wenzel

Schnell, laut und aggressiv – das ist die Musik, die für den Tanzabend "Groovin' Bodies" ausschließlich mit Drums und Percussion für die Tänzerinnen und Tänzer des Ballett Rossa live gespielt wird. Das Publikum honorierte die Uraufführung dieser einzigartigen Tanz-Performance mit enthusiastischem Beifall.

Die Hektik der Großstadt, Tempo und die vielfältigen Geräusche, der Pulsschlag des Lebens haben die beiden Schlagzeuger der Staatskapelle Halle Ivo Nitschke und Ralf Richter zu einer einzigartigen Komposition inspiriert, nach der sich menschliche Körper in immer neuen Formationen bewegen. Ralf Rossa und sein Ballett sind dabei eine ganz besondere Symbiose eingegangen. Die Körper in ihren fortwährenden Bewegungen, in den verschiedenen Tempi zwischen Zeitraffer und Ekstase, Sprüngen, Drehungen und Hebungen agieren nach dem Groove und dem Rhythmus der Live-Musik. Ivo Nitschke hat in seiner Komposition, bei der immer auch Improvisation zu erleben ist, Elemente von Orchestermusik, Jazz und Barockmusik verwendet. Der klassische Backround ist dabei nicht zu überhören, Elektronik und akustische Verzerrungen spielen eine wichtige Rolle. Für die tänzerische Umsetzung von besonderem Interesse ist die Klangsynthese der verschiedenen Schlagwerke, von Vibrafon und Xylofon oder die irische Rahmentrommel, deren Sound in der Choreografie von Ralf Rossa eine ganz besondere Rolle spielt.

Der Bühnenraum, für den "Groovin' Bodies" choreografiert und inszeniert wurde, ist ideal für das Ausloten von Bewegung, Körper, Raum und Zeit. Dieser Raum für Tanz und Bewegung mit den beiden „Inseln“ für die Schlagwerke, ist Teil einer Raumbühnenlandschaft, in der die Zuschauer nach eigener Wahl ihre eigene Erlebnisperspektive wählen können. Bühne und Zuschauerraum der Oper Halle werden zu einer weitläufigen Theaterstadt und verschränken sich zu einer Spielfläche, Grenzen sind aufgehoben und bringen hautnahen Kontakt zwischen Tänzer und Zuschauer. Diese totale Erlebniswelt erweist sich für die Aktionen der Tänzerinnen und Tänzer und für das Erleben der Zuschauer als besonders günstig.

Spektakulär der Beginn, wenn die 19 Tänzer im Dunkeln wie Lichtpunkte aus der Tiefe des Zuschauerraums die Bühnenlandschaft erkunden und sich zu einer Körperformation finden. Dieses Formationen, synchron getanzt in immer neuen akrobatischen Verschränkungen von Armen und Beinen, lösen sich in scheinbares Chaos auf, bevor sie wieder variantenreich neu entstehen. Die Musiker geben das Tempo vor, die Rhythmen und der Groove diktieren den ständigen Wechsel in den Formationen, in den solistischen Bewegungseskapaden mit Anlehnungen an den klassischen Tanz. Beeindruckend dabei ist der Einsatz von Licht. Matthias Hönig schafft durch ein raffiniertes Lichtdesign, im Wechsel von Hell und Dunkel und der Wirkung von Schatten und Dunkelheit eine ganz besondere Atmosphäre.

Der Tanzabend besteht aus 12 Teilen. Die einzelnen Bezeichnungen, wie #7-er oder #9-er sind Taktangaben. #175-bpm/Voyage ist eine Tempoangabe. Wenn Teile dieses Tanzabends hervorzuheben sind, dann #Rahmentrommel, #Nocturne und #Atmosphäre. In #Rahmentrommel erkunden nacheinander mit athletischer Eleganz, kraftvollen Sprüngen, mit Elementen von Breakdance, Slapstick und Bodenakrobatik Marti Vilella Medina, Thiago Fayas und Dalier Burchanov den Rhythmus und den Groove dieses Instruments. Yuliya Gerbyna und Michal Sedlàcek tanzen in #Nocturne hoch emotional ein Pas de deux und in #Atmosphäre tanzt Emma Louise Harrington, auf den Händen der Tänzer in immer neuen Metamorphosen ihres Körper, ungemein ausdrucksstark. Dass man durch die Video-Bilder auf gro0en Leinwänden hier noch näher an den Tänzern drann war und auch den beiden Musikern an ihrem Schlagwerk auf die „Finger“ direkt schauen konnte, bringt ein zusätzliches Erlebnis. Zum Auftakt der Spielzeit 2016/17 ist "Groovin' Bodies" für das Ballett Rossa ein außerordentlicher Erfolg!

Veröffentlicht am 10.10.2016, von Herbert Henning in Homepage, Kritiken 2016/17, Tanz im Text

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Kommentare zu "Pulsschlag des Lebens"



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