HOMEPAGE



Zürich

NICHT SO GLÜCKLICH MIT DEM FILM

Christian Spucks „Messa da Requiem“ aus Zürich wird zur Fernsehproduktion „Libera me“ bei Arte



Mit Fokus auf die Tanzszenen vernachlässigt die Aufnahme das Zusammenspiel der verschiedenen Sparten.


  • "Messa da Requiem" von Christian Spuck; Nozomi Iijima und Tars Vandebeek Foto © Gregory Batardon

Verdis „Messa da Requiem“ als Joint Venture von Gesang und Tanz am Zürcher Opernhaus greift ans Herz – von Mitwirkenden und Publikum (vgl. Tanznetz-Kritik vom 4.12.2016). Zum Gesamtkunstwerk tragen alle bei: der musikalische Leiter Fabio Luisi mit der Philharmonia Zürich, die Chöre, die Gesangssolisten Krassimira Stoyanova (Sopran), Veronica Simeoni (Mezzo), Francesco Meli (Tenor) und Georg Zeppenfeld (Bass). Und natürlich der Regisseur und Choreograf Christian Spuck und sein Ballett Zürich.

Schon bei der umjubelten Uraufführung machten sich Kameraleute ans Werk. Der danach entstandene Fernsehfilm trägt den neuen Titel „Libera me“. Produziert hat ihn Yukie Bürkner-Damm in Zusammenarbeit mit den Sendern Arte und SRF (Schweiz), Regie führte Michael Beyer. Schon kurz nach der „Requiem“-Premiere in Zürich wurde die Aufnahme, die die Inszenierung lückenlos wiedergibt, auf Arte ausgestrahlt.

Das Ergebnis ist zwiespältig. Sehr gut zur Geltung kommen die meisten Tanzszenen, trotz der düsteren Bühnenbeleuchtung. Neben den Stars William Moore und Katja Wünsche, Filipe Portugal und Yen Han wird man nun auch Zeuge manch anderer Spitzenleistungen, allen voran von Giulia Tonelli, die als menschliche Hauptfigur durch das ganze Ballett tanzt. Live auf der Zürcher Bühne erkennt man die Tanzenden nicht so leicht.

Neben Tänzerinnen und Tänzern dürfen auch die Gesangssolisten über die Fernsehadaption zufrieden sein. Andere Aspekte des Gesamtkunstwerks gehen dagegen verloren. Die Kameras richten sich selten auf die Chöre – hauptsächlich dann, wenn diese physisch aktiv werden und aufgeregt über die Bühne stürmen. Ganz aus dem Bild verschwunden ist das Orchester. Den hoch motivierten Fabio Luisi, Generalmusikdirektor am Opernhaus, sieht man erst beim Schlussapplaus. Darauf schwenkt die Kamera kurz auf die Philharmonia. Fertig. Schade, denn das Einmalige an der Zürcher „Messa da Requiem“ liegt in der künstlerischen Gleichberechtigung aller Sparten.

Veröffentlicht am 29.12.2016, von Marlies Strech in Homepage, Tanzmedien

Dieser Artikel wurde 1670 mal angesehen.



Kommentare zu "Nicht so glücklich mit dem Film"



    Bitte melden Sie sich an, um diesen Beitrag kommentieren zu können: Login | Registrierung




    Ähnliche Beiträge

    „WOYZECK“ – AUFWÜHLEND GETANZT

    Nach „Leonce und Lena“ hat das Ballett Zürich unter Christian Spuck auch Büchners Dramenfragment „Woyzeck“ in Tanz umgesetzt.

    Ein künstlerisches Ereignis, vom Premierenpublikum entsprechend umjubelt.

    Veröffentlicht am 15.10.2013, von Marlies Strech


    EHEBRUCH + SPITZENTANZ

    Christian Spuck und das Ballett Zürich kreieren „Anna Karenina“ in 16 Szenen.

    Die Uraufführung von „Anna Karenina“ nach dem Roman von Lew Tolstoi hat am Zürcher Opernhaus großen Erfolg. Ballettchef Christian Spuck ist nicht nur für die Choreografie verantwortlich, sondern auch für Musikauswahl und Bühnenbild.

    Veröffentlicht am 14.10.2014, von Marlies Strech


    GRANDIOSES TANZ- UND MUSIKEREIGNIS

    Giuseppe Verdis „Requiem“ im Opernhaus Zürich - gesungen und getanzt

    So ausdauernde Standing Ovations habe er bei einer Premiere in seinem Haus noch nie erlebt: Dies sagte Andreas Homoki, seit viereinhalb Jahren Intendant des Zürcher Opernhauses, auf der Premierenfeier zur „Messa da Requiem“.

    Veröffentlicht am 04.12.2016, von Marlies Strech


     

    LEUTE AKTUELL


    ARBEITEN WIE EIN KRAFTWERK

    Goyo Montero im Gespräch
    Veröffentlicht am 01.12.2017, von Alexandra Karabelas


    "TANZ DER MENSCHLICHKEIT"

    Nestroy Spezialpreis für Doris Uhlich und Michael Turinsky mit "Ravemachine"
    Veröffentlicht am 17.11.2017, von Pressetext


    JÖRG WEINÖHL VERLÄSST DIE OPER GRAZ

    Der Ballettdirektor wird seinen Vertrag nicht verlängern
    Veröffentlicht am 13.11.2017, von Pressetext



    AKTUELLE VORANKÜNDIGUNG



    CARMINA BURANA

    Aufgrund des großen Erfolgs und des überwältigenden Feedbacks von Publikum und Presse, wird es am 27. und 28. Dezember 2017 zwei weitere Vorstellungen im Wuppertaler Opernhaus geben.

    Zusammen mit der Junior Company, der Company und den Musicalkids vom Tanzhaus Wuppertal, sowie der 3. Klasse der St. Antonius Grundschule, bringt Zech diese klassische Meisterwerk auf die Bühne des Wuppertaler Opernhauses.

    Veröffentlicht am 06.12.2017, von Anzeige

    LETZTE KOMMENTARE


    ATEMBERAUBEND GRENZÜBERSCHREITEND: HOMÖOPATHIE UND TANZ

    „Sepia tanzt alleine“ von Andrea Simon, Andreas Etter, Ulrich Koch und Gesina Habermann verbindet Tanz und Medizin in beeindruckend schönen Bildern
    Veröffentlicht am 10.02.2017, von Sabine Kippenberg


    DIONYSOS UND APOLLON IM STREIT

    Demis Volpis „Tod in Venedig“ als Koproduktion von Ballett und Oper in Stuttgart
    Veröffentlicht am 09.05.2017, von Isabelle von Neumann-Cosel


    VERBOTEN, VERSCHOBEN, VERGESSEN?

    Zur Absage der Uraufführung „Nurejew“ des Regisseurs Kirill Serebrennikow und des Choreografen Juri Possochow am Moskauer Bolschoi-Theater
    Veröffentlicht am 18.07.2017, von Boris Michael Gruhl

    MEISTGELESEN (30 TAGE)


    DIE SIEBEN TODSÜNDEN

    Das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch präsentiert im Januar 2018 eine Neueinstudierung des zweiteiligen Brecht/Weill-Abends von Pina Bausch „Die sieben Todsünden“.

    Veröffentlicht am 25.11.2017, von Anzeige


    AUFBRUCHSTIMMUNG BEI DER HEINZ-BOSL-STIFTUNG

    Ballettmatinee im Nationaltheater München

    Veröffentlicht am 21.11.2017, von Sabine Kippenberg


    ACCESS TO DANCE



    Veröffentlicht am 03.05.2013, von tanznetz.de Redaktion


    HELLMUTH MATIASEK FEIERT HEUTE SEINEN 85.GEBURTSTAG

    Pick bloggt über seinen langjährigen Intendanten Hellmuth Matiasek und reist in Gedanken von Rosenheim bis nach Japan

    Veröffentlicht am 15.05.2016, von Günter Pick


    KREISLAUF DES LEIDS

    Lulu Obermayer bringt mit „Manon Lescaut“ eine unglaublich starke und pointierte Performance an die Kammerspiele München.

    Veröffentlicht am 28.11.2017, von Natalie Broschat



    BEI UNS IM SHOP