VORANKÜNDIGUNGEN



Düsseldorf

THEATER DER KLÄNGE - BAUHAUS BALLETTE

Das mechanische Ballett & TRIAS – Das triadische Ballett



Erstaufführung als Doppelprogramm im Capitol Theater Düsseldorfer 12. bis 15. Oktober 2017 in Düsseldorf


  • bauhaus ballette Foto © Oliver Eltinger
  • bauhaus ballette Foto © Oliver Eltinger
  • ballhaus ballette Foto © Oliver Eltinger

Das heute legendäre Bauhaus veranstaltete 1923 seine erste große Ausstellung in Form der „Bauhauswochen“. Der Maler, Bildhauer und „Meister“ am Weimarer Bauhaus Oskar Schlemmer präsentierte im Rahmen dieser „Bauhauswochen“ sein „Triadisches Ballett“ seinerzeit im Nationaltheater Weimar. Seine Studenten Schmidt, Teltscher und Bogler kreierten „Das mechanische Ballett“ für die gleichen Wochen im vom Bauhausdirektor Walter Gropius neu gestalteten Theater Jena. Beide Ballette wurden bis heute nie in einem Programm gezeigt, stehen aber exemplarisch für den Aufbruch des frühen Bauhaus und seiner konstruktivistisch, spielerischen Ausrichtung in den zwanziger Jahren.

Das mechanische Ballett
 geht zurück auf Entwürfe der Weimarer Bauhausstudenten Kurt Schmidt und Georg Teltscher aus dem Jahr 1923. “Das mechanische Ballett” wurde seinerzeit zwei mal in Jena und in Berlin gezeigt und überlebte als Idee nur durch gedruckte Zeichnungen und Fotos, welche 1987 Grundlage für eine Rekonstruktion der Figurinen waren und zu einer Neu-Choreografie von J.U.Lensing führten.

In dem 5-aktigen Stück werden flächige stark grundfarbige und geometrisch geschnittene Figurinen nacheinander in tänzerische Interaktionen gebracht. Der zunächst mechanisch, bildhaft anmutende Charakter des Balletts verliert nach und nach seine Abstraktion, bis im abstrahierten Bild ab dem 3. Akt plastische Tanzcharaktere erkennbar werden, die gegen die Starre der Kostüme antanzen und zunehmend auch in Handlungsinteraktion miteinander geraten. “Das mechanische Ballett” vereint einen rekonstruktiven Ansatz mit der Umsetzung in eine zeitgenössische und durchaus auch humorvolle Interpretation in Choreografie und Musik. Das mechanische Ballett des THEATERs DER KLÄNGE tourte seit 1987 erfolgreich in fast allen Großstädten Deutschlands, war aber auch zu Gast in Paris, Rotterdam, Bern, Tel Aviv, Moskau und New Delhi.Das triadische Ballett von Oskar Schlemmer ist sein berühmtestes Bühnenwerk und das, welches am Meisten mit dem Bauhaus verbunden wird.

Die durch das THEATER DER KLÄNGE aktuell neu rekonstruierten Figurinen orientieren sich vorwiegend an überlieferten Fotos der von Schlemmer selber zwischen 1916 und 1923 realisierten Figurinen. Extra für die Premiere der bauhaus ballette in 2017 werden die Figurinen noch einmal originalgetreuer von einem Team von Bühnenplastikern, Kostümbildnerin und Maskenbauerin neu angefertigt, so dass die Aufführungen im Oktober 2017 eine echte Figurinenpremiere sein werden. Das triadische Ballett wurde bisher lediglich drei Mal neu interpretiert, wobei sich die Stuttgarter Version von 1968 sehr der roboterhaften und automatisierten Anmutung der Figurinen verschrieb und die 1977er Fassung der Akademie der Künste Berlin eine „klassische“ Interpretation zu einer damals „neuen Musik“ realisierte. Anstelle von automatisierten, starren entmenschlichten Figurinen zu einer mechanisierten Musik thematisiert TRIAS – Das triadische Ballett des THEATERs DER KLÄNGE aus dem Jahr 2015 das Ausbrechen, die Explosion und Freude der körperlich-, musikalischen Aktion im Theater. Anstelle des Zelebrierens hoher Bauhauskunst, betont TRIAS das clowneske und karnevalistische in Oskar Schlemmers Zugang zur Bühne. Oskar Schlemmer selber gefiel sich insbesondere in seiner Zeit als Dozent und Leiter der Bühnenklasse am Bauhaus Dessau bei diversen Gelegenheiten als „musikalischer Clown“. Seine Affinität zu Humor und Clownerie beschrieb er in seinen Tagebüchern einmal sinngemäß wie folgt: meine melancholische Seite habe ich von meiner schwäbischen Mutter, meine humorvolle Seite von meinem rheinischen Vater geerbt. TRIAS des Düsseldorfer THEATERs DER KLÄNGE versteht sich daher als die „rheinische Interpretation“ seines triadischen Balletts in neuer zeitgenössischer Fassung. Dabei will TRIAS nicht mehr oder weniger als das Erbe der klassischen Moderne, aber auch den Geist der „wilden, befreiten und fröhlich feiernden“ zwanziger Jahre wieder beleben und mit heutigen körperlichen und musikalischen Techniken, wie heutige unbändige Tanz- und Musizierlust erneut zu einem (Bauhaus-) Bühnenfest werden zu lassen!

Wie beim THEATER DER KLÄNGE üblich ist eine für beide Ballette originär geschriebene Musik Live-Bestandteil der Aufführungen. Das kleine Ensemble bestehend aus Klavier, Schlagzeug, Posaune und Cello musizierte dabei auf höchstem Niveau eine gleichermaßen zitierende, wie mitreißende „Tanzmusik“ für die beiden Ballette, die 1987 vom Komponisten Hanno Spelsberg für das „mechanische Ballett“ und 2014 von Thomas Wansing für „TRIAS – Das triadische Ballett“ eigens komponiert wurden und aufgrund der großen nachfrage beide auf CD veröffentlicht wurden.

Inszenierung/Regie: J.U.Lensing

Choreografie: Jacqueline Fischer

Musik: Hanno Spelsberg / Thomas Wansing

Kostüme: Caterina Di Fiore

Figurinenanfertigung für das „mechanische Ballett“: Udo und J.U.Lensing, Ernst Merheim
Figurinen- und Maskenanfertigung für „TRIAS – Das triadische Ballett“: Caterina Di Fiore, Christian Forsen, Adriana Kocijan

Lichtdesign: J.U.Lensing/Denny Klein

Lichteinrichtung: Markus Schramma

Künstlerisches Betriebsbüro: Karola Athmer

Conferencier + Clownerien: Kai Bettermann
Musiker: Oliver Eltinger, Matthias Müller, Dieter Stamer, Thomas Wansing, Beate Wolff
Darsteller/Tänzer: Kai Bettermann, Danilo Cardoso, Jacqueline Fischer, Fatima Gomes, Phaedra Pisimisi, Laura Wissing

Veröffentlicht am 31.08.2017, von Anzeige in Vorankündigungen

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Kommentare zu "THEATER DER KLÄNGE - bauhaus ballette"



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