Romeo und Julia (Cranko), Bayerisches Staatsballett, 27.02.2017 #

Ralf Reck, 28.02.2017 12:43:29

Es fehlte heute die Seele, so äußerte sich eine Nachbarin. Woran lag das. Bei der letzten gesehenen Aufführung dieses Cranko-Balletts überzeugte das Paar Shklyarov/Amista, was wesentlich an dem ausdrucksstarken Startänzer lag. Dieser gab seiner Partnerin darüber hinaus stets die entscheidende Sicherheit, um technische Schwierigkeiten nicht als solche sichtbar werden zu lassen. Die tadellose Ksenia Ryzhkova hatte gestern als Julia mit Jonah Cook (Romeo) keinen so starken Partner. Das kann aber nicht der einzige Grund für die im Verlaufe des Abends nachlassende innere Spannung gewesen sein. Möglicherweise scheint die Cranko-Choreographie den Tänzerinnen und Tänzern nur wenig Raum für eine individuellere Rollengestaltung zu geben oder diese nicht abzufordern. Zu oft wird Empfindung auch noch durch Gestik ersetzt. Deswegen bleiben als kompetente Rollengestalter vermutlich nur solche Persönlichkeiten im Gedächtnis, die perfekte tänzerische Technik mit großem Charisma verbinden. Zudem sind Crankos physisch-technische Anforderungen recht hoch, so dass Fehler oder Konditionsschwächen sehr viel stärker ins Auge fallen. Gestern etwa bei den zahlreichen Doppeldrehungen en air der drei Freunde Romeo, Mercutio (Javier Amo) und Benvolio (Alexander Omelchenko) oder im Verlaufe der Hebungen, die Paris (Matteo Dilaghi) während des Balls zu absolvieren hat. Tybalt (Matej Urban) tanzte gut, ebenso die Gräfin Capulet (Severine Ferrolier), während Norbert Graf als Julias Vater blass blieb. Haften blieben die Fechtszenen, weniger dagegen die immer wieder wie zwischengeschoben anmutenden Gruppentänze. Der Beifall des ausverkauften Hauses war endlich, weniger euphorisch als sonst.



 

LETZTE BEITRÄGE 'TANZ IM TEXT'


„THINK PINK“ IM ROSAROTEN ZAUBERWALD

„Bullshit“ von Nadav Zelner für Gauthier Dance wird bei der Premiere im Stuttgarter Theaterhaus gefeiert
Veröffentlicht am 21.02.2018, von Boris Michael Gruhl


GOECKE GEHT NACH HANNOVER

Der neue Ballettdirektor am STAATSTHEATER HANNOVER steht fest. Marco Goecke übernimmt zur Spielzeit 2019/20 die Leitung.
Veröffentlicht am 21.02.2018, von Pressetext


OSTERFESTIVAL TIROL 2018

30. Osterfestival Tirol unter dem Motto über.leben.
Veröffentlicht am 21.02.2018, von Anzeige

LETZTE FORENBEITRÄGE


RE: NEU HIER, ABER AUCH RICHTIG?

Rubrik: Die tanznetz.de User

RE: NEU HIER, ABER AUCH RICHTIG?

Rubrik: Die tanznetz.de User

RE: NEU HIER, ABER AUCH RICHTIG?

Rubrik: Die tanznetz.de User

RE: SELLING MY DANCE SCHOOL IN BERLIN

Rubrik: English Board

RE: ONEGIN (CRANKO), BAYERISCHES STAATSBALLETT, 04.02.2018

Rubrik: Publikumsrezensionen

CROWDFUNDING KAMPAGNE: JUNIOR BALLETT FRANKFURT: POEM - POESIE TRIFFT BEWEGUNG

Rubrik: Frankfurt

ONEGIN (CRANKO), BAYERISCHES STAATSBALLETT, 04.02.2018

Rubrik: Publikumsrezensionen

JAPAN-TOURNEE MIT DREI BALLETTPRODUKTIONEN VON JOHN NEUMEIER (2.-17.2.)

Rubrik: Hamburg

"DANCES OF LOVE AND INNERLIGHT" - BALLETTABEND "BEGEGNUNGEN" DES STUTTGARTER BALLETTS

Rubrik: Publikumsrezensionen

DON QUIXOTE, DIE LETZTE VORSTELLUNG DIESER SERIE, 21.01.2018

Rubrik: Publikumsrezensionen



BEI UNS IM SHOP