PETER TSCHAIKOWSKY - DER SCHWANENSEE



PETER TSCHAIKOWSKY - DER SCHWANENSEE

Besprechung der tanznetz.de-Redaktion

Schwanensee: der Titel von Tschaikowskys Geniestreich ist fast schon zum Synonym für Ballett geworden. Seit über 100 Jahren fasziniert die Geschichte des Prinzen und der Schwanenkönigin Generationen von Ballettfreunden, und vielleicht ist man wirklich erst dann ein wahrer Ballettomane, wenn man Schwanensee liebt.

Rudolf Nurejews Fassung des Balletts ist trotz der byzantinisch anmutenden Prachtentfaltung der höfischen Akte im Kern eine sehr lyrische und intime Interpretation. Seine Choreografie konzentriert sich radikal auf die Liebesgeschichte und geht dabei so weit, Nebenhandlungen und von der zentralen Geschichte ablenkende Einlagen zu kürzen (so gibt es etwa nur zwei Nationaltänze im 3. Akt) und sogar ganze Figuren wie Benno zu eliminieren. Dies ist aber durchaus kein Verlust: Gerade durch diese Beschränkung erscheint die Liebesgeschichte um so bewegender, wirkt die ganze Aufführung mit ihren lyrisch-ornamentalen Dekors ungemein geschlossen. Und die Figur des Prinzen gewinnt im Vergleich zu anderen Choreografien an Gewicht, was der Dramaturgie der Handlung außerordentlich nützt.

Grandios sind die beiden Stars der Aufführung: Makellose technische Brillanz und eine bisweilen geradezu akrobatische Athletik sind bei Nurejew nie Selbstzweck, sondern stehen immer im Dienst der emotionalen Aussage einer Szene. Wie Margot Fonteyn die innige Empfindsamkeit des weißen Schwans und die Kapriziosität des schwarzen Schwans in zwei völlig verschiedenen, aber jeweils in sich absolut stimmigen Körpersprachen zum Ausdruck bringt, verdient höchste Bewunderung. Und die faszinierende Ausstrahlung, die von diesen beiden großen Tänzern ausgeht, muss man selbst gesehen haben; man wird sich ihrem Bann kaum entziehen können. --Thomas Klarmeyer

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