Béjart Ballet Lausanne

Béjart Ballet Lausanne

Gastspiel mit Choreografien von Maurice Béjart und Gil Roman auf den Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen

Ludwigshafen, 25/02/2025

Der Choreograph und Tänzer Maurice Béjart, eigentlich Maurice-Jean Berger, gilt als ein Erneuerer des neoklassizistischen Balletts und prägte mit seinen bildreichen und spektakulären, sehr musikalischen Aufführungen eine ganze Generation. Béjart befreite die männlichen Tänzer von ihrer zweitrangigen Rolle als Hebepartner von Ballerinen und erlaubte auch ihnen eine sensible Subjektivität auf der Bühne. Mit Les Ballets de l‘Etoile gründete er seine eigene Compagnie, für die er 1955 sein erstes viel beachtetes Werk Symphonie pour un homme seul schuf. 1959 entstand am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel The Rite of Spring, das ein sensationeller Erfolg wurde. 1960 gründete Maurice Béjart in Brüssel Le Ballet du XXe Siècle, mit dem er legendäre Kreationen wie BoléroMesse pour le temps présent und L’Oiseau de Feu entwickelte. Infolge eines Ortswechsels in die „Olympische Hauptstadt“ wurde Le Ballet du XXe Siècle 1987 in Béjart Ballet Lausanne umbenannt. 1992 rief er außerdem das Ecole-Atelier Rudra Béjart für dreißig Tänzerinnen und Tänzer ins Leben. Heute wird das Ensemble, das sich der Pflege des Repertoires des Meisters verschrieben hat, von Julien Favreau geleitet, der als Solotänzer eng mit Maurice Béjart zusammenarbeitete. 

Beim Gastspiel in Ludwigshafen zeigt die Compagnie am 14. und 15.03.25 eine Auswahl bekannter, von unterschiedlichen Kulturen beeinflussten Werke des großen Choreographen und eine Choreographie des jahrelangen Leiters der Gruppe Gil Roman. Dazu zählen das indisch inspirierte Stück Bhakti III zu traditioneller indischer Musik aus dem Jahr 1968 und der Pas de deux aus dem Ballett Pyramide El Nour von 1990 zu traditioneller arabischer Musik, über das Béjart schrieb: „So wie ich Traditionen durch den Tanz verstanden habe, verstehe ich Philosophien, indem ich der Musik der Länder lausche, in denen sie entstanden sind.“ Außerdem der Pas de deux aus dem Ballett Dibouk von 1988, eine berühmte und magische Choreographie, die von der Tradition der Kabbalah inspiriert ist. Zur Musik von Mikis Theodorakis schuf Béjart 1983 seine Sept danses grecques, in denen sich klassischer Tanz, eine transzendierte Form von Folklore mit einem Augenzwinkern zu einem faszinierenden Tanzerlebnis mischen. 

Abgerundet wird der Abend durch ein Tanzstück Gil Romans, des langjährigen Startänzers und Stellvertreters von Béjart, den er zu seinem Nachfolger ernannte. In Alors on danse…!“ bringt dieser die Sehnsucht nach Leichtigkeit in unruhigen Zeiten zum Ausdruck. Die Choreographie basiert auf der klassischen Technik und hat nur ein Ziel: die Freude am Tanzen.

Preise 86 € / 71 € / 57 € / 43 €, Kartentelefon 0621/504 2558

www.theater-im-pfalzbau.de