Kirill Serebrennikov

Kirill Serebrennikov

Herausragendes Programm

Ein Ballettcoup: Kiril Serebrennikow inszeniert seinen „Nurejew“ fürs Staatsballett Berlin.

Christian Spuck plant für die Spielzeit 2025/26 drei Premieren mit zwei Uraufführungen, ein Kinder- und Jugendballett, einen Abend für junge Choreograf*innen. Die Sensation aber ist die Wiederaufnahme von „Nurejew“, das am Bolschoi-Theater nach politischen Druck abgesetzt wurde.

Berlin, 13/03/2025

Das Staatsballett Berlin plant die Produktion des russischen Star-Regisseurs Kirill Serebrennikow über die Tanzlegende Rudolf Nurejew. 2017 war „Nurejew“ am Bolschoi Theater uraufgeführt worden. Schon damals gab es erhebliche Restriktionen, die zur Verschiebung der Premiere führten. tanznetz berichtete ausführlich

Das Moskauer Bolschoi Theater hatte 2023 unter politischem Druck Serebrennikows Ballett „Nurejew“ um den an Aids gestorbenen schwulen russischen Tänzer aus dem Spielplan gestrichen, wegen des Verbots von Propaganda „nicht traditioneller Werte“ - wegen angeblich expliziter homosexueller Szenen. Serebrennikow (55) war mehrfach für das Stück ausgezeichnet worden. Nun erarbeitet der Regisseur die Produktion mit dem Choreografen Yuri Possokhov für das Staatsballett erstmals außerhalb Russlands.  

Die Premiere ist für März 2026 geplant. Das Tanzereignis vereint Ballett, Oper und Schauspiel in einer Hommage an das Leben von Rudolf Nurejew (1938-1993), der bekanntermaßen als einer der besten Balletttänzer des 20. Jahrhunderts gilt.  Serebrennikow lebt mittlerweile im Exil in Deutschland und hat in den letzten Jahren mit Produktionen wie „Der schwarze Mönch“, „Der Wij oder „Barroco“ vor allem im Theaterbereich gearbeitet.

Intendant Christian Spuck plant insgesamt für das größte Ballettensemble des Landes in der Spielzeit 2025/2026 an die 100 Vorstellungen und fordert es gleichzeitig stilistisch mit einem außergewöhnlich breiten Repertoire von Klassik bis Avantgarde. 

Mit „Wunderkammer“ inszeniert Marcos Morau als Artist in Residence erstmals eine abendfüllende Kreation für die Kompanie und beschäftigt sich dafür mit den sogenannten Kuriositätenkabinetten, die im Europa der Renaissance und des Barock Fremdartiges› und Faszinierendes aus Wissenschaft, Kunst und Natur vereinten. 

Im Rahmen der zweiteiligen Premiere „Fearful Symmetries“ kreiert Christian Spuck ein Werk, das die rhythmische Intensität und Energie von John Adams‘ gleichnamiger Komposition visuell erlebbar macht und die Ambivalenzen von Macht hinterfragt. Daneben steht George Balanchines Meisterwerk „Symphony in C“ zu Georges Bizets Sinfonie, ein Ballett, das durch technische Präzision, künstlerische Virtuosität und atemberaubende Komplexität beeindruckt.

Dominik White Slavkovský choreografiert mit „Chicxulub“ oder Der Floh des Teufels“ ein Kinder- und Jugendballett, das zu skurrilen Begegnungen mit Dinosauriern und überdrehten Superheld*innen einlädt. Außerdem präsentiert die zweite Ausgabe des Formats Next Generation eigene choreografische Kreationen von Tänzer*innen der Kompanie.

Christian Spuck setzt mit diesem engagierten Programm ein Statement für die Stadt:  „Wir widmen diese Spielzeit dem, was Kultur sein kann: eine Kraft, die uns verbindet, wachrüttelt und Hoffnung gibt. Kultur war in Berlin immer schon mehr als ein Luxus. Sie ist ein Spiegel der Geschichte und der sich verändernden Gesellschaft, ein Ort der Begegnung und der Debatte, ein kreativer Widerstand gegen Gleichgültigkeit und Verödung.“

Im Repertoire an der Staatsoper Unter den Linden bleiben „Gods and Dogs“ mit Werken von Jiří Kylián und Crystal Pite, „Schwanensee“ von Patrice Bart sowie „Winterreise“ von Christian Spuck nach dem gleichnamigen Liederzyklus von Franz Schubert in der musikalischen Fassung von Hans Zender. In der Deutschen Oper Berlin sind außerdem „Minus 16“ mit Choreografien von Ohad Naharin und Sharon Eyal sowie „Ein Sommernachtstraum“ von Edward Clug mit einer Auftragsmusik von Milko Lazar zu sehen. 

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